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Frankfurter Kranz als pdf

Das Referat der Gruppe Frankfurter Kranz, “Als wär der Weltmarkt erst 10 Jahre alt … Zum Angriffspunkt der Anti-G8-Proteste”, ist nun als pdf-file verfügbar. Der Frankfurter Kranz setzt sich darin mit dem Marxschen Begriff des Weltmarktes sowie dessen aktuellen empirischen Transformationen und den Konsequenzen für die kapitalistische Raum-Zeit-Matrix auseinander.

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Veranstaltung zur G8-Mobilisierung in Frankfurt

Who the Fuck is Heiligendamm? –
Zur Kritik der Anti-G8-Mobilisierung

Donnerstag 31.5.07 20h
Institut für vergleichende Irrelevanz (ivi)

Seit langem scheint es in der Linken nur noch ein Thema zu geben: den kommenden G8-Gipfel in Heiligendamm bei Rostock. Fast alle Aktivitäten werden daraufhin ausgerichtet und es haben sich mehrere Bündnisse gebildet. Von Attac über christliche Vereine, Studierendengruppen bis hin zu linksradikalen fokussieren sich alle auf dieses Großspektakel. Doch warum ist der Protest gegen den G8-Gipfel so attraktiv? Und gegen was wird überhaupt protestiert? In dieser Veranstaltung wird der Versuch unternommen, sowohl den Gegenstand der Proteste – das G8-Treffen als auch dessen Bedeutung in den gegenwärtigen Weltmarktprozessen – als auch das Verständnis der Antiglobalisierungsbewegung und ihrer linken Adepten einer Kritik zu unterziehen. Zudem wird kritisch analysiert, was sich insgesamt als plurale Protestbewegung konstituiert und warum dieses große Mitmachevent einer Kritik der Verhältnisse im emanzipatorischen Sinne eher entgegensteht.

Dazu werden jeweils ein Vertreter der gruppe 8.mai [ffm/brln/ny] – antifetischistische aktion und der Gruppe Frankfurter Kranz [ffm] referieren.

Donnerstag 31.5.07 20h
Institut für vergleichende Irrelevanz (ivi)
Kettenhofweg 130
60325 Frankfurt

www.irrelevanz.tk // www.myblog.de/irrelevanz

Referat zur Anti-Globalisierungsbewegung online

Gegen die Verharmlosung des Kapitalismus durch die
Anti-Globalisierungsbewegung.

Referat der gruppe 8. mai [ffm/brln/ny] – antifetischistische aktion, gehalten am 08.05.07 in Mülheim/Ruhr und in gekürzter Fassung am 09.05. in Mainz sowie am 10.05. in Bonn

Das Referat als pdf-File: Click.

Die Antiglobalisierungsbewegung ist mittlerweile vor allem eines: berechenbar, langweilig, ritualisiert. Monate- oder jahrelang verfällt sie ähnlich einem Igel oder Murmeltier, also Spezies die einen ausgedehnten Winterschlaf pflegen, der Bewegungsstarre. Doch sobald wieder ein Gipfel auf der Agenda steht, taut sie auf. Dann werden Kontakte wiederbelebt, Bündnisse geschlossen und Aufrufe veröffentlicht, also der sogenannte Mobilisierungsprozess eingeleitet. Einige Wochen vor dem Gipfel, sobald die Massenmedien beginnen, intensiver nachzuhaken und den Versuch unternehmen, einzelne Fraktionen der Bewegung gegeneinander auszuspielen, kommt eine Gewaltdebatte auf. Allgemeines Geraune setzt ein, es drohe eine kaum mehr abwendbare Spaltung. Diese an sich nicht verwundernswerte Tatsache – schließlich, so sollte man denken, besteht zwischen einem gewaltbereiten Autonomen und einem pfaffenhaft-pazifistischen attaci doch eine gewisse Differenz – wird aufgrund der Abwesenheit inhaltlicher Debatten zum großen Streit überhöht. Wundersamerweise wird die befürchtete Spaltung stets im letzten Moment abgewendet und man einigt sich auf die Leerformel, verschiedene Formen des Protestes würden als legitim anerkannt. Gerade in der Verschiedenheit der Beteiligten liege ja schließlich die Stärke der Bewegung, Pluralität, Multitude usw., man kennt das ja. Continue reading Referat zur Anti-Globalisierungsbewegung online

Offener und konstruktiver Brief an die ‚Interventionistische Linke‘

Wer kennt sie nicht, die Trotzkist_innen vom ‘Linksruck’? Stets bereit, mit gut durchdachten Vorschlägen die Bevölkerung vor Irrwegen zu bewahren (“Wählt Schröder!”), die “Rettung der Umwelt” vor der Klimakatastrophe zu bewerkstelligen, indem man die “Wirtschaft zugunsten unserer Zukunft in die Schranken” weist und die Vertriebenen-Novelle “Im Krebsgang” von SS-Onkel Günter Grass als “Mahnung gegen den Krieg” zu verteidigen.
Was wäre die linke Szene nur ohne diese sympathischen Hizbollah-Fans und ihren dem Volke zugewandten Entrismus? Kaum werden Auflösungsgerüchte
ventiliert, springt eine nicht weniger sympathische Vereinigung für die ‘Ruckies’ in die Bresche:
Die ‘Interventionistische Linke’ [IL].
Ähnlich dem ‘Linksruck’ publiziert sie eine regelmäßig erscheinende Massenzeitung, ‘G8Xtra’. Und ähnlich der trotzkistischen Organisation beteiligt sie sich eifrig an “breiten Bündnissen” mit attac, NGOs, Gewerkschaften und Pfaffen. In der aktuellen Ausgabe der ‘G8xtra’ bewirbt die IL ein „Music and Message-Konzert” mit Herbert Grönemeyer sowie den von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche organisierten “Heiligen Damm des Gebets”.
Wie einst der ‘Linksruck’ ergeht man sich in allerlei konstruktiven Überlegungen. Für die Ökopolitik hat das Umweltministerium der IL bereits folgendes Programm ausgearbeitet: “Was wir eigentlich bräuchten, wäre ein massiver Ausbau erneuerbarer Energien, ein Programm zur Energieeinsparung und ein gerechtes Modell, wie die aufstrebenden Ökonomien des Südens den fossilen Entwicklungspfad überspringen können.”
Während im Trikont den “aufstrebenden Ökonomien” auf die Sprünge geholfen werden soll, weiß die IL auch in Deutschland um Missstände, die der Abhilfe bedürfen. Dabei geht man noch über die bereits sehr eloquente Kritik des ‘Linksruck’ an den G8-“Bonzen” und deren dekadenten Ausschweifungen hinaus. So ist in der neuen ‘G8xtra’ zu lesen:
“Kein souveränes, angstfreies Bild geben sie ab, diese Orwellschen Brüder und Schwestern, die sich da in einem Luxus-Hotel verschanzen. Einem Luxus-Hotel übrigens, in welchem eine Übernachtung […] mehr als den zweieinhalbfachen ALG-II-Satz/Ost kostet, auf welchen bei rund 20 Prozent Arbeitslosigkeit ein Gutteil der umliegenden Bevölkerung gesetzt ist, bei welcher der Zaun zum Teil traumatische Assoziationen mit der innerdeutschen Mauer respektive dem antifaschistischen Schutzwall aufkommen lässt [Hervorhebung g8m]. Kein Spaß ist es zudem, die Kosten von Auf- und wieder Abbau des paranoiden Projekts, die polizeilichen Personalkosten und kostspieligen Gelage der Herren und Damen von Welt und den ganzen anderen Gipfel-Firlefanz von Heiligendamm auf Hartz-IVHäppchen herunterzurechnen.”
Eins unterscheidet die IL doch vom eher autoritären ‘Linksruck’: sie will ihrer Gefolgschaft das eigenständige Denken nicht untersagen. Sie lässt darum die Frage, um welchen Schlag von Menschen es sich eigentlich bei Jenen handelt, die von einem “ANTIfaschistischen Schutzwall” traumatisiert werden, unbeantwortet. Die Logik legt allerdings nahe, dass es sich bei solchen Menschen um PRO-Faschist_innen handelt.
Wir möchten der IL darum ganz kreativ-konstruktiv anraten, sich in ‘Interventionistische Rechte’ umzubennen. Ein solcher, selbstverständlich rein strategischer Move wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verhinderung des G8-Gipfels gemeinsam mit Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und der Bevölkerung vor Ort. Auch der “Antideutschtümelei” [IL-Zentralratsmitglied Thomas Seibert] wäre mit diesem Schritt eine endgültige Absage erteilt.
Für jene, die nicht von antifaschistischen Bauwerken, sondern von schwarz-rot-goldenen Flaggenmeeren und den entsprechenden Begleiterscheinungen wie Ausgrenzung, Abschiebung und rassistisch/antisemitischen Angriff traumatisiert sind und die von der IL und anderen Linken derzeit aus äußerst wichtigen Gründen vernachlässigt werden, versuchen wir, Solidarität zu organisieren. Bei diesen Traumatisierten handelt sich schließlich nur um eine kleine, zahlenmäßig unbedeutende Minderheit. Die “Massen” strömen ja nach Heiligendamm, um ihr Mauer-Trauma zu bewältigen …

Erstunterzeichner_innen:

gruppe 8. mai [ffm/brln/ny]
initiative anti_konsens hessen
antideutsche antifa pittsburgh
communistische assoziation rhein/main

Veranstaltungen mit der gruppe 8. mai

08.05.07 // 20 h // Mülheim/Ruhr // AZ Mülheim
Veranstaltet von: Automatentreff
***
09.05.07 // 19 h // Mainz // Haus Mainusch
gemeinsam mit Gruppe Frankfurter Kranz
Veranstaltet von: Ak Antifa Mainz
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10.05.07 // 19.30 h // Bonn // Buchladen ‘Le Sabot’
gemeinsam mit Gruppe Frankfurter Kranz
Veranstaltet von: never again!

Sämtliche Veranstaltungen haben die Kritik an der G8-Mobilisierung zum Thema. Weitere Informationen und von Ort zu Ort differierende Ankündigungstexte findet ihr auf den Homepages der ausrichtenden Gruppen.